Umweltplakette für LKW in Deutschland
Warum grüne Plakette in Deutschland Pflicht ist und was Sie darüber wissen müssen
In Deutschland gibt es ein System spezieller Umweltzonen, das eingeführt wurde, um durch Umweltschutz und gezielte Fahrverbote die Luftqualität in Industriezentren und Verkehrsknotenpunkten zu verbessern und die Gesundheit der Stadtbewohner zu schützen.
Die Einfahrt in diese Bereiche ist nur für Fahrzeuge erlaubt, die bestimmten Emissionsstandards entsprechen. Diese Zonen erkennt man an charakteristischen Verkehrszeichen und an der deutschen Umweltzonenkarte. Das Recht zur Einfahrt wird durch eine Umweltplakette – auch Feinstaubplakette oder grüne Plakette genannt – bestätigt.
LKW unterliegen den strengsten Anforderungen. Leistungsstarke Dieselmotoren stoßen besonders viel Feinstaub und Stickoxide aus – betroffen sind vor allem ältere Fahrzeuge mit den Abgasnormen Euro 0 bis Euro 5, für die mittlerweile in vielen Städten ein Diesel Euro 0 bis 5 Fahrverbot gilt.
Wenn für Ihren LKW keine gültige Umweltplakette in Deutschland vorliegt, drohen folgende Konsequenzen:
- Die LKW-Innenfahrtzufahrt in Deutschland zum Stadtzentrum von Berlin, Köln oder Stuttgart ist komplett untersagt.
- Sie müssen auf Umfahrungen ausweichen, was die alternative Routenplanung für LKW verlangt und zu höheren Kraftstoffkosten führt.
- Bei Kontrollen verhängen Polizei oder Ordnungsamt ein Bußgeld von 100 Euro wegen fehlender Umweltplakette, außerdem können sie das Fahrzeug stilllegen.
Was ist eine Umweltzone?
Eine Umweltzone ist ein abgegrenztes Gebiet in einer Stadt, in das nur Fahrzeuge mit den vorgeschriebenen Emissionsstandards einfahren dürfen. Diese Zonen sind durch spezielle Verkehrsschilder gekennzeichnet und gelten vor allem in Innenstadtbereichen und dicht besiedelten Wohnvierteln.
Wichtig ist, dass Autobahnen nicht zu den Umweltzonen gehören und dort keine entsprechenden Fahrverbote gelten.
Sobald ein Fahrweg durch eine Stadt mit Umweltzone führt, ist eine Umweltplakette Pflicht.
Auch wenn ein LKW im Stadtgebiet nur kurz hält, um schnell zu entladen, auf einem Parkplatz innerhalb der Umweltzone parkt oder eine Umgehungsstraße innerhalb der Stadt nutzt, ist die Plakette erforderlich. Ein temporärer Aufenthalt in der Umweltzone ohne Plakette stellt einen Verstoß dar.
Wie plane ich Fahrten durch Umweltzonen in Deutschland?
Aktuell gibt es in mehr als 50 Umweltzonen in Deutschland, vor allem in großen Industriezentren wie Berlin, Köln, Stuttgart und München. Diese Städte sind häufig wichtige Ziele in der Güterlogistik.
Die Schilder, die den Beginn und das Ende einer Umweltzone anzeigen, sind deutlich sichtbar: Auf weißem Hintergrund steht „Umweltzone“ mit einer Darstellung der zulässigen Plakettenfarben.
Wenn auf dem Verkehrsschild nur ein grüner Kreis zu sehen ist (grüne Umweltplakette für Autos), ist die Einfahrt für Fahrzeuge mit gelber oder roter Plakette verboten. Diese Regel gilt auch für Transit-LKW: Selbst wenn Sie keine Auslieferung in der Stadt planen, aber Ihre Route durch städtische Straßen führt, ist die Umweltplakette Pflicht in europäischen Städten. Es gibt keine Ausnahmen für den Transitverkehr in den deutschen Umweltzonen.

Wo kann man Umweltzonen und die Anforderungen an Umweltplaketten in Deutschland prüfen?
Für aktuelle Informationen empfehlen wir die Nutzung folgender offizieller Quellen, die stets auf dem neuesten Stand sind:
Umweltbundesamt
Das offizielle Portal mit der aktuellen Karte aller Umweltzonen in Deutschland:
https://gis.uba.de/website/umweltzonen
Hier finden Sie Karten mit genauen Grenzen der Zonen, Angaben zu Einführungsdaten und den jeweils geforderten Farben der Umweltplakette.
Berlin.de
Der städtische Portalservice, auf dem man die Umweltzone Berlin prüfen, aktuelle Anforderungen einsehen. Die Onlinebestellung der Umweltplakette ist möglich.
https://service.berlin.de/dienstleistung/121490/
Offizielle Prüfstellen für die Umweltplakette
Sie suchen eine Möglichkeit, die Umweltplakette in Deutschland zu kaufen? Hier erhalten Sie die Umweltplakette und Beratung zu Ihrer Schadstoffklasse sowie zu den jeweiligen Routenbeschränkungen:
- TÜV NORD
Seite zur Bestellung der Umweltplakette online oder an TÜV NORD Stationen:
https://www.tuev-nord.de/de/privatkunden/verkehr/auto-motorrad-caravan/umweltplakette-und-umweltzonen/
Angeboten wird die Bestellung über ein PDF-Formular oder per E-Mail. Dort finden Sie Details zur Bestellung, den Preis ab 14,90 € sowie Informationen zur Lieferzeit.
- TÜV Süd
Der Service ermöglicht die Bestellung für Fahrzeuge, die in Deutschland oder im Ausland zugelassen sind. Die Plakette wird per Post verschickt (Lieferzeit bis zu zwei Wochen) oder bei persönlichem Besuch im Service-Center sofort ausgegeben:
https://www.tuvsud.com/de-de/branchen/mobilitaet-und-automotive/feinstaubplaketten
Die Kosten liegen bei etwa 17,50 € inklusive Mehrwertsteuer und Versand.
- DEKRA
Informationen zur Feinstaubplakette, Online-Tool und Bestellung der Umweltplakette:
https://www.dekra.de/de/feinstaubplakette/
Hier gibt es einen Service zum Ermitteln der passenden Plakettenfarbe speziell für Ihr Nutzfahrzeug sowie die Möglichkeit zur Bestellung für ausländische LKW.
- GTÜ
Dienstleistungen zur Ausstellung der Schadstoffplakette und Online-Tool zur Farbbestimmung:
https://www.gtue.de/de/geschaeftskunden/amtliche-fahrzeuguntersuchungen/schadstoffplakette
Die Umweltplakette kann direkt in den GTÜ-Zentren bezogen werden. Kosten ab 10 € plus Versand, Bearbeitung dauert wenige Tage.
- KÜS
Online-Service zur Ermittlung der Feinstaubplakette basierend auf Fahrzeugtyp, Antriebsart und Emissionsschlüsselnummer:
https://interaktiv.kues.de/umweltplakette/default.asp
Diese Plattform eignet sich auch für LKW: Hier ist sofort ersichtlich, welche Plakettenfarbe erlaubt ist, und es gibt eine Liste der Ausgabestellen.

Farben der Feinstaubplakette, und Euro-Standards für LKW: Richtige Schadstoffklasse bestimmen
Die Farbe der Umweltplakette richtet sich danach, welcher Schadstoffgruppe Ihr LKW zugeordnet ist. Diese Gruppen hängen direkt mit dem Euro-Standard des Motors zusammen, also den Euro-Klassen von Fahrzeugen.
Für den Güterverkehr sieht das folgendermaßen aus:
| Euro-Klasse (Lkw) | Farbe der Plakette | Zugang zur Umweltzone |
| Euro 0 / Euro I | Keine Plakette | Verboten |
| Euro II | Rote Plakette | Verboten |
| Euro III | Gelbe Plakette | Verboten |
| Euro IV und höher | Grüne Plakette | Erlaubt |
Heutzutage ist die Einfahrt in 99 Prozent der Umweltzonen in Deutschland nur mit grüner Umweltplakette erlaubt. Deshalb dürfen ältere LKW mit Euro II und Euro III in Innenstädten wie Berlin, Köln oder München nicht mehr fahren. Gelbe und rote Plaketten werden mittlerweile kaum noch ausgegeben.
Kann man eine grüne Plakette für einen LKW kostenlos erhalten?
Nein, kostenlose grüne Plaketten gibt es nicht. Allerdings benötigen Land- und Forstwirtschaftsmaschinen sowie Spezialtechnik keine Umweltplakette, da sie von den Umweltzonen-Regeln ausgenommen sind (mobile Maschinen, land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen).
Für eine grüne Plakette muss der LKW entweder einen modernen Motor mit Euro IV oder höher haben oder mit einem Partikelfilter nachgerüstet sein. Die Nachrüstung eines Partikelfilters kostet jedoch oft mehr als der wirtschaftliche Vorteil bei der weiteren Nutzung eines alten Fahrzeugs. Daher lohnt sich in den meisten Fällen eher die Erneuerung des Fuhrparks.
Wie beantragt man eine Feibstaubplakette für ausländische LKW: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Auch nicht in Deutschland zugelassene LKW, die in deutsche Umweltzonen einfahren, müssen eine Umweltplakette besitzen. Diese wird erst nach Prüfung der Unterlagen ausgestellt, die die Schadstoffklasse des Motors bestätigen.
Benötigte Dokumente:
- Zulassungsbescheinigung Teil I oder ein vergleichbares Dokument aus Ihrem Heimatland
- Informationen zur Euro-Norm des Motors
- Falls diese Angaben fehlen, ein Herstellerzertifikat, das die Schadstoffgruppe des Fahrzeugs angibt
Wenn der Euro-Standard nicht explizit in den Papieren steht, wird er anhand des Erstzulassungsdatums und des Motortyps bestimmt. Beispielsweise entsprechen Diesel-Lkw mit Erstzulassung nach dem 1. Oktober 2006 in der Regel mindestens Euro IV.
Wo kann man die Plakette erhalten?
Am besten bestellt man die Umweltplakette online mindestens drei Wochen vor der geplanten Fahrt. Die Plakette wird dann per Post an Ihre Adresse im Heimatland geschickt oder kann persönlich an Ausgabestellen wie TÜV oder DEKRA in Deutschland abgeholt werden.
Falls Sie die Plakette vor der Einreise nicht rechtzeitig erhalten haben, können Sie sie direkt nach dem Grenzübertritt in der nächsten TÜV-, DEKRA-, GTÜ-, KÜS‑Filiale oder bei der Kfz-Zulassungsstelle kaufen. Die Ausstellung dauert meist nur 10 bis 15 Minuten.
Die Umweltplakette ist unbegrenzt gültig, solange sich das amtliche Kennzeichen Ihres Lkws nicht ändert. Bei einem Wechsel des Kennzeichens oder der Windschutzscheibe muss eine neue Plakette beantragt werden.
Umweltplakette richtig anbringen
Die grüne Plakette wird von innen auf die rechte untere Ecke der Windschutzscheibe geklebt. Wichtig ist, dass die Nummer von außen gut lesbar ist. Die Plakette wird streng auf das Kennzeichen des jeweiligen LKW ausgestellt, ein Übertragen auf ein anderes Fahrzeug ist nicht möglich.
Unterschied zwischen Umweltzone und Dieselverbot – was LKW-Fahrer wissen müssen
Die Umweltzone ist ein festgelegtes Gebiet, in das nur Fahrzeuge mit einer bestimmten Umweltplakette einfahren dürfen. Mit einer grünen Plakette ist die Einfahrt in der Regel erlaubt.
Das Dieselverbot ist eine lokale Einschränkung, die bestimmten Diesel-LKW auch dann die Zufahrt verweigert, wenn sie eine grüne Plakette besitzen. Solche Fahrverbote für Dieselfahrzeuge gelten beispielsweise auf einzelnen Streckenabschnitten in Hamburg (Max-Brauer-Allee, Stresemannstraße) und im Zentrum von Stuttgart. Informationen zu solchen lokalen Einschränkungen finden sich auf den Karten des Umweltbundesamts oder auf den Webseiten der Stadtverwaltungen.
Bußgelder für das Befahren der Umweltzone ohne gültige Plakette
Wer ohne gültige Umweltplakette oder mit einer falschen Plakette in eine Umweltzone einfährt, muss mit einem Bußgeld von 100 Euro rechnen. Zusätzlich können rund 28,50 Euro Verwaltungsgebühren erhoben werden. Gleiches gilt, wenn die Plakette beschädigt oder nicht lesbar ist oder wenn die Plakettennummer nicht mit den Fahrzeugdaten übereinstimmt.
Die Einhaltung der Vorschriften wird auf verschiedene Weise kontrolliert, unter anderem durch:
- Polizeipatrouillen
- Ordnungsamt bei der Parkraumüberwachung in Umweltzonen
- Automatische Kameras, die das Kennzeichen erfassen und mit der zugelassenen Fahrzeugdatenbank abgleichen, zum Beispiel in München.
FAQ
Ist es möglich, eine Umweltplakette für einen gemietes oder geleastes Fahrzeug zu erhalten?
Auch bei einem gemieteten oder geleasten LKW kann eine Umweltplakette beantragt werden. Entscheidend ist das amtliche Kennzeichen – unabhängig davon, ob das Fahrzeug gekauft, geleast oder gemietet ist. Für die Beantragung werden die Zulassungsbescheinigung Teil I sowie Angaben zur Euro-Norm benötigt. Bei kurzfristiger Miete kann die Plakette direkt nach der Einreise in Deutschland bei einer TÜV-, DEKRA- oder GTÜ-Stelle ausgestellt werden.
Braucht man eine Plakette für Anhänger oder Auflieger?
Nein, Anhänger und Auflieger benötigen keine eigene Feinstaubplakette. Die Vorschrift gilt nur für den ziehenden LKW mit Motor. Wenn dieser die Anforderungen erfüllt und eine gültige grüne Umweltplakette trägt, darf der gesamte Fahrzeugzug in die Umweltzone einfahren.
Was tun bei Fahrten durch mehrere Städte mit unterschiedlichen Regelungen?
Vor der Fahrt sollte jede Umweltzone entlang der Route überprüft werden. Die meisten Städte verlangen eine grüne Plakette. In einigen Gebieten gelten zusätzlich lokale Dieselverbote. Aktuelle Informationen sind über die Karten des Umweltbundesamts oder die Webseiten der jeweiligen Städte verfügbar.
Zentrale Bestellung für den gesamten Fuhrpark – geht das?
Ja, viele Prüfstellen wie TÜV, DEKRA und GTÜ bieten Sammelbestellungen für Firmen an. Dafür müssen Kopien der Fahrzeugdokumente aller betroffenen LKW eingereicht werden. Jede Plakette wird einzeln auf das jeweilige Kennzeichen ausgestellt, aber der Prozess kann gesammelt und zentral abgewickelt werden.
Was tun bei Verlust oder Beschädigung der Umweltplakette?
Wird die Plakette während des Einsatzes unleserlich, beschädigt oder löst sie sich ab, muss sie ersetzt werden. Eine neue Plakette erhalten Sie bei TÜV, DEKRA, GTÜ, KÜS oder bei der Kfz-Zulassungsstelle. Die beschädigte Version gilt als ungültig – bei einer Kontrolle droht ein Bußgeld von 100 Euro. Die Ersatzplakette wird in der Regel sofort nach Vorlage der Zulassungsbescheinigung ausgestellt.
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